Ist eine Alarmanlage in einer Wohnung sinnvoll?

Beim Einbau einer Alarmanlage denkt man zumeist an das typische Einfamilienhaus. Prinzipiell lassen sich Alarmanlagen und hier vor allem Funkalarmanlagen aber auch genauso gut in Wohnungen einbauen. Ob das sinnvoll ist und welche speziellen Dinge dabei zu beachten sind, beantwortet der folgende Blogbeitrag.

Zuerst einmal vorneweg: Es gibt nicht eigene Alarmanlagen für freistehende Häuser und solche für Wohnungen in Wohnblöcken. Die Alarmanlagen-Technologie ist für beide Anwendungsszenarien gleichermaßen geeignet. Die gute Nachricht: Eine Alarmanlage für eine Wohnung ist nie teurer als für ein Einfamilienhaus, in vielen Fällen kann man sich jedoch einen Teil des Aufwandes und damit der Kosten ersparen. Inwieweit das zutrifft hängt von der Art der Wohnung ab.

Art der Wohnung

Eine Wohnung, die sich in einem kleinen Haus mit nur wenigen Wohneinheiten befindet, hat in der Regel punkto Alarmanlage die gleichen bzw. sehr ähnliche Anforderungen wie ein Einfamilienhaus. Handelt es sich hingegen um einen großen Wohnblock mit zahlreichen Wohnungen, dann reicht höchstwahrscheinlich eine abgeschlankte Alarmanlage aus. Hier kommt es dann noch darauf an, in welcher Höhe sich Fenster und evtl. Balkontüre der Wohnung befinden und ob diese von außen zugänglich sind.

Was muss die Alarmanlage in einer Wohnung beinhalten?

Das Grundpaket besteht in einer Wohnung aus der Alarmzentrale, einer Sirene und einem Öffnungsmelder, der überwacht, dass die Eingangstür zur Wohnung nicht geöffnet wird. Damit hat man in einer Wohnung normalerweise schon viel erreicht, weil die Eingangstüre das größte Einbruchsrisiko birgt. Und ist bereits etwas über 300 Euro für eine gute Alarmanlage dabei (Empfehlung siehe Menüpunkt „Kauf“). Am besten fährt man mit dem Kauf eines Sets, mehr dazu weiter unten.

Öffnungsmelder

Weitere Öffnungsmelder an den Wohnungsfenstern kann man sich in vielen Fällen ersparen. Nämlich dann, wenn diese in mehrstöckigen Bauten nicht von Einbrechern erreicht werden können. Spiderman mäßige Einbrecher, die waghalsig 10 Meter eine gerade Fassade hochklettern, lasse ich hier einmal außen vor. Separat überlegen sollte man – auch in höheren Etagen – wegen einer eventuell vorhandenen Balkontür: In manchen Fällen ist es für Einbrecher möglich von unten nach oben, von einem Balkon zum nächsten hoch zu klettern. Mir sind solche Einbruchsfälle tatsächlich auch im Freundeskreis bekannt. Wenn diese theoretische Möglichkeit besteht, lohnt es sich zu einem weiteren Öffnungsmelder für die Balkontür zu greifen. Ebenso falls das zuvor geschriebene zutrifft und ein Fenster vom Balkon aus gut erreichbar ist. Kostenpunkt je Öffnungsmelder in der von mir empfohlenen Lösung ca. 30 Euro. Wohnt man ebenerdig, dann sollten auf jeden Fall alle Fenster mit Öffnungsmeldern ausgestattet werden.

Bewegungsmelder

Ein oder mehrere Bewegungsmelder im Inneren der Wohnung platziert, geben einem zusätzliche Sicherheit. Vor allem auch dann, wenn man auf Öffnungsmelder an allen Fenstern verzichtet. Der oder die Bewegungsmelder sollten so platziert werden, dass sie einen eindringenden Einbrecher möglichst sicher erfassen. Hat man zB. auf einen Öffnungsmelder an der Balkontür verzichtet, dann kann man den Bewegungsmelder so ausrichten, dass er den Bereich vor der Balkontür überwacht, also sofort anschlägt, wenn jemand die Wohnung durch die Balkontür betritt. Mit weiteren Bewegungsmeldern kann man ggf. weitere Räume überwachen. Hat man Haustiere, muss man – genauso wie bei der Planung für ein Einfamilienhaus – auf Haustier geeignete Bewegungsmelder zurückgreifen.

Sirene

Auf jeden Fall würde ich auch für die Alarmanlage in einer Wohnung eine Sirene empfehlen. Diese zieht viel Aufmerksamkeit auf sich, sodass Einbrecher einen Einbruchsversuch nur mit hohem Risiko fortsetzen können und mit großer Wahrscheinlichkeit lieber Reißaus nehmen. Hier ist nur genau zu überlegen, wo man diese am besten montiert. Also ob im öffentlichen Stiegenhaus, am Balkon bzw. in der Wohnung. Bzw. ggf. auch sowohl innen als auch außen. Der Einbrecher soll die Sirene nicht auf einfache Art und Weise unschädlich machen können. In Griffweite direkt neben der Eingangstür ist also eher ungünstig.

Telefon-Modul

Sehr sinnvoll ist prinzipiell ein Telefon-Modul. Dieses gewährleistet, dass man automatisch angerufen wird bzw. ein SMS erhält sobald es zu einem Alarm kommt.

Fernbedienung bzw. Zutritts-Chipkarte

Vereinfacht die tägliche Bedienung und ist daher aus meiner Sicht zu empfehlen. Überhaupt wenn sie sowieso bei einem Starter-Set mit dabei sind.

Weitere Melder

Glasbruchmelder finde ich persönlich übertrieben und nicht notwendig, wenn man bereits Öffnungsmelder und Bewegungsmelder einsetzt. Was man ggf. noch einplanen kann sind Melder, die kein Einbruchsrisiko sondern andere Risiken abdecken. Also zum Beispiel Rauchmelder oder Gasmelder bzw. auch Temperaturmelder, Feuermelder oder Wassermelder. Wie auch die anderen Melder schlagen diese Alarm, sobald der Sensor eine Gefahr erkennt und können einen so vor Gefahren schützen. Der große Vorteil zu unabhängigen, nicht in die Alarmanlage integrierten Meldern ist, dass alle Funktionen der Alarmanlage mit genutzt werden können. Also zum Beispiel das Auslösen einer Sirene bzw. das automatische Senden einer Warnnachricht an ein bzw. mehrere Handys bzw. an eine Notrufstelle.

Sets

Das Grundpaket aus Alarmzentrale, Öffnungsmelder und Sirene erwirbt man am kostengünstigsten im Rahmen eines fertigen Sets. Da sind dann zum Teil auch noch Bewegungsmelder bzw. Fernbedienungen mehr oder weniger ohne Aufpreis mit dabei. Mehr dazu im Menüpunkt „Kauf“. Unten stehend Beispiel für solche Sets bei Amazon UK:

     

Mit welche Kosten ist insgesamt zu rechnen?

Mit der von mir empfohlenen Lösung lässt sich eine Alarmanlage mit Basisausstattung bestehend aus Alarmzentrale, 2 Öffnungsmeldern, 2 Bewegungsmeldern und Innensirene auf dem Do-it-yourself Weg bereits um ca. 350 Euro realisieren. In einer besseren Variante mit komfortablerer Ausstattung (zusätzliches GSM Modul und zwei Fernbedienungen) bereits um ca. 570 Euro. Benötigt man aufgrund von außen leicht erreichbarer Fenster mehr Öffnungsmelder, dann sind pro zusätzlichem Öffnungsmelder etwa 30 Euro zusätzlich zu veranschlagen.

Was ist bei der Montage der Alarmanlage in einer Wohnung zu beachten?

In einer Wohnung ist man – vor allem wenn man dort zur Miete wohnt – nur nach Rücksprache mit dem Vermieter berechtigt bauliche Veränderungen vorzunehmen. Daher scheidet eine kabelgebundene Alarmanlage, für die Verrohrungen im Mauerwerk durchzuführen wären – normalerweise von Vornherein aus. Diese macht – wie auch in einem Haus – prinzipiell auch nur dann Sinn wenn man sie bereits vor baulicher Fertigstellung mit einplanen kann. Und im Fall der Wohnung aufgrund der deutlich höheren Investitionskosten auch nur dann, wenn einem die Wohnung gehört. Fast immer ist daher in einer Wohnung die Funkalarmanlage die sinnvollste Lösung.

Das Anbringen von Meldern benötigt keine bauliche Veränderung und kann daher im Normalfall ohne Rücksprache mit dem Vermieter erfolgen. Gegebenenfalls sind die Öffnungsmelder an den Fenstern und Türen statt mit Schrauben mit dafür geeigneten Klebelösungen zu fixieren. Inwieweit eine Sirene im Außenbereich angebracht werden darf, ist beim Vermieter zu erfragen.

Kann man eine Alarmanlage bei Auszug mitnehmen?

Eine Funk-Alarmanlage kann bei einem Auszug relativ problemlos und rasch abgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Die Demontage von Meldern, Sirene und Alarmzentrale ist unkompliziert und rasch durchzuführen, mehr als ein ein paar Schraubendreher ist dazu nicht notwendig. Sind die Gegebenheiten am neuen Ort andere, ist es auch kein Problem nachträglich einzelne Komponenten wie zB. zusätzliche Melder zu ergänzen. Die neu hinzugekommenen Komponenten müssen dann nur neu eingelernt werden.

Was kann man zusätzlich zu einer Alarmanlage noch tun?

Auch in Wohnungen bietet es sich an, zusätzlich mechanische Sicherungen einzusetzen. Diese sollen dafür sorgen, dass der Einbrecher bereits am Betreten der Wohnung gehindert wird. Bei einer Wohnung ist die Hauptangriffsfläche fast immer die Eingangstür. Diese kann mit einem zusätzlichen Panzerriegelschloss gesichert werden. Für eine Balkontür bzw. ebenerdige Fenster empfehlen sich Fensterschlösser bzw. Fenster-Stangenschlösser. Auch einfache Hilfsmittel wie elektronische Türspione tragen zu einem Mehr an Sicherheit bei. Auf der folgenden Seite finden Sie eine Übersicht und umfangreiche Informationen zu möglichen mechanischen Sicherungen.

Möglich ist auch eine zusätzlich Aufschaltung der Alarmanlage zu einem privaten Wachdienst bzw. zur Polizei. Das ist ab ca. 20 bis 30 Euro pro Monat möglich. Im folgenden Blogbeitrag erfahren Sie mehr zur Aufschaltung der Alarmanlage.

 

 

2019-11-03T20:53:17+00:00Kategorien: Alarmanlage in Wohnung|Tags: , , |